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Tom

... wenn ich nix sag,
dann war's gut! ...

Tja, am Ende scheinen sich Muttis Investitionen doch gelohnt zu haben. Meine Mutter hatte nämlich mit dem Sohnemann schon immer ambitionierte musikalische Pläne.

Das war wohl der Grund warum ich schon vor dem Stimmbruch im Kinderchor mitsingen durfte/sollte. Und nach dem obligatorischen Blockflötenunterricht in der Grundschule, folgte auch bald – noch vor dem Stimmbruch – der Ruf an ein viersaitiges Musikinstrument.

Wer jetzt glaubt ich hätte Anfang der Siebziger Jahre Bass spielen gelernt, liegt weit daneben. Ich sollte mich berufen fühlen, ab dem elften Lebensjahr Geige zu spielen. Zur damaligen Zeit für einen Vorpubertierenden ein wirklich uncooles Instrument, was ich durch das Feedback meiner Klassenkameraden auch regelmäßig gespiegelt bekam. Aber ich habe mich an diesem Instrument dann trotzig und redlich bemüht und brachte es sogar bis ins Orchester. Auch wenn ich musikalisch und mental damals mit dem damit verbundenen Musikstil nicht mehr besonders kompatibel war.

Im zarten Alter von 14 Jahren kamen dann auch noch als Dreingabe ein paar Jahre Klavierunterricht dazu. Parallel dazu habe ich immer, auch nach dem Stimmbruch, in einigen Chören meist im kirchlichen Umfeld mitgesungen. Und dabei ist es passiert.

Ich wurde Mitglied in einem für die damalige Zeit sehr progressiven Jugendchor, die Harmonien und Grooves veränderten sich und ich bekam den ersten aktiven Kontakt mit Pop/Rock/Gospel. Und da ich wohl ein nettes Stimmchen besaß, wurde ich auch ab und zu mal mit Solopassagen betraut. Das war schon besser und passte zu meiner bereits erwachten Liebe zu Rock und Pop. Die Geige habe ich dann irgendwann an den berühmten Nagel gehängt und mit einigen Kumpels eine erste eigene Band gegründet.

An dieser Leidenschaft bin ich dann hängen geblieben. Ich habe mich als Leadgesang mehr als 40 Jahre in diversen Bands („dezibel“ – „Terra Nostra“ – „Spot“ – „RockZock“ – “BreitChord“ – u.a.) rumgetrieben, heute mal mitgerechnet. Der Bogen der dabei beackerten musikalischen Stilrichtungen reichte vom Melodik Rock mit deutschen Texten, funkigen Grooves mit Bläsersätzen, über jede Art von Pop/Rock/Soul/… Musik, die man mit den Fähigkeiten eines ambitionierten Hobbymusikers spielen/covern konnte.

Vor ein paar Jahren habe ich mir als Autodidakt dann das Saxophonspielen beigebracht – Muttis Blockflötenunterreicht und den musikalischen Grundlagen aus allen anderen Instrumentalunterrichtstunden sei Dank. Erste Gehversuche erfolgten bei „Tuba Libre“ und dann als Gelegenheitssolist in Cover Bands. Und Mutti, mittlerweile fast neunzig Jahre jung, ist begeistert!

Mein grundsätzlicher Musikgeschmack ist mittlerweile zur Ruhe gekommen und ich mag jede Art anspruchsvolle Musik vom Jazz über Pop/Rock/Soul/Folk …  bis hin zur Klassik. Für mich zählt dabei nur musikalischer Anspruch, Originalität und Qualität. Ich gehe sogar regelmäßig in die Oper. Wahrscheinlich ist bei allem was ich musikalisch erlebt habe, doch einiges hängen geblieben und hat mein musikalisches Spektrum nachhaltig geprägt. Dafür danke Mutti!

Die „Levels“ sind jetzt seit ein paar Monaten meine bisher letzte Station. Und ich muss sagen, ich bin froh, wieder mal so gute und nette Mitmusiker gefunden zu haben. Eine schöne Perspektive für die weitere musikalische Lebensreise und ein Baustein für den in ein paar Jahren beginnenden Unruhestand. Schauen wir mal, wann wir ein Programm haben, mit dem wir dann gemeinsam auf die Bühne krabbeln können. Packen wir’s an, Jungs!

2019 © LevelsOfGrey